Prophezeiung 2023 und Prophezeiung 2160

Prophezeiung 2023

Blickt man auf den europäischen Arbeitsmarkt, überwiegt bei einer Prophezeiung über die Zukunft der Arbeit im naheliegenden Jahr 2023 Negatives. Das soll nicht bedeuten, dass ich in den Kanon jener einstimmen möchte, die den österreichischen und europäischen Standort immer nur schlecht reden und für alle Lebensbereiche – und hier vor allem für die ökonomischen – Untergangsszenarien zeichnen. Trotzdem sehe ich die Zukunft der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in den nächsten sieben Jahren sehr kritisch: Ich prophezeie hier vor allem eine weitere Ausweitung der prekären Beschäftigungsverhältnisse mit fatalen Folgen für die Beschäftigten, den Wohlfahrtsstaat und die Alterssicherung. Ich sehe auch einen weiteren Druck in Richtung Steuererleichterung für das Kapital bei gleichzeitig immer geringerem Spielraum für faire Lohnabschlüsse. Ich sehe auch neue Arbeitsformen, die Innovation und Fortschritt suggerieren, aber hauptsächlich zum Ziel haben, aus den hart erkämpften Regulierungsrahmen auszubrechen. Ich sehe in der nahen Zukunft des Weiteren große ökologische Verwerfungen, die soziale Konflikte noch weiter verstärken anstatt sie zu lösen. Diese Entwicklungen werden das bereits vorherrschende Gefühl der Unsicherheit und des Vertrauensverlustes in politische Lösungskompetenzen weiter verstärken. Daher sehe ich vor allem immer mehr mit rechtspopulistischer Ideologie angereicherte neoliberale Denk- und Verhaltensweisen, wie die Zerstörung des Kollektiven und der Solidarität. Das müsste aber alles nicht so kommen, wenn die politischen Verantwortlichen in den Nationalstaaten und vor allem in der EU endlich umdenken und die richtigen politischen Maßnahmen setzen. Schließlich ist diese Entwicklung kein Naturgesetz, sondern ist von Menschen so gestaltet.

Prophezeiung 2160

Viele Prophezeiungen und Weissagungen über die Zukunft der Menschheit im Allgemeinen und der Arbeit im Speziellen werfen oft technozentrierte und Sciencefiction geprägte dystopische Bilder auf: Bildlich dargestellt hetzen dann die einen Menschen als moderne Arbeitsbienen auf selbstgesteuerten Hyper-Speed getriebenen Transportmitteln in die modernen Arbeitsstätten, während die anderen ausgestattet mit Datenbrillen in virtuelle Räume der Arbeitswelt abtauchen: Hier muten dann die uns bekannten Grenzen und Regelungen von Arbeit wie ein Relikt aus prähistorischer Zeit an. Mir hingegen schweben keine solchen Bilder vor, sondern eine neue Form des globalen gesellschaftlichen Zusammenlebens, das von einer fairen Verteilung von Wohlstand und gutem Leben geprägt ist. Denn, ob ich jetzt 1500 zurück oder eben 150 Jahre nach vorne denke, so finde ich beim Großteil der Menschheit immer dieselben Wünsche wieder: Frieden, gleichverteilter Wohlstand, Freiheit und sozialer Zusammenhalt. Es gibt keine Herrschaft mehr von Menschen über Menschen, sondern nur mehr Herrschaft von Menschen für Menschen. Die Basis meiner Utopie des Jahres 2160 ist deshalb, dass die Demokratie als Herrschaftsform auf der ganzen Welt gesiegt hat: Die Menschen haben sich die Gestaltbarkeit der Gesellschaft durch die Politik von den ökomischen Sachzwang- und Selbstzwecklogiken zurück erkämpft. In Bezug auf das Thema Arbeit bin ich davon überzeugt, dass „Arbeiten“ und „Tätig sein“ auch in 150 Jahren ein alle Gesellschaften vereinendes Verhalten sein wird. Der große Unterschied wird sein, dass wir aber dann in einem Verein freier Menschen leben, wo die neuen technologischen Errungenschaften und Möglichkeiten nicht zum Reichtum weniger und zur Verarmung der anderen werden. Ganz im Gegenteil: Die Innovationen ermöglichen uns weniger lästige und eintönige und entfremdete Arbeit zu verrichten und die endlich wirksam gegen die globale Ungleichheit und sowie gegen längst beseitig bare Geißeln der Menschheit vorzugehen – wie Hunger, Armut, Krankheiten und Seuchen. In dieser utopischen Gesellschaft wird es auch die unterschiedlichsten Jobs und Tätigkeiten geben. Die Befriedigung der essentiellen Bedürfnisse wird deutlich weniger Zeit in Anspruch nehmen. So bleibt mehr Zeit, das zu machen was er oder sie kann und will und nicht das, was man muss. Gesellschaftliche notwendige Arbeit wird unter allen fair aufgeteilt.

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