Wechselgesang der Heils- und Unheilsverkündung:

Heilsverkündung

Starrt ihr nicht auf des Wassers glitzernde Ringe der
Nacht, gewährt ihr nicht Tropfen für Tropfen für Tropfen
auftatmend den Blick der Dinge auf Euch?
Seht ihr so nicht besser der Augen Pläne,
des Willens Zähne, der Sonne Träne
Was spült dich ins Wort, was lässt Dich sagen, was dich
formen nächste Tage, Jahre – wo ein halber Traum
zum ganzen Bildnis drängt, gestülpt über das Zucken
deiner Wünsche?
Was lässt Dich erkennen, wo ohne Ziele die Zeit gefangen
wird als samt‘ne Wand zwischen Dir und einer
Gültigkeit, an der tausend Hände stricken seit Anbeginn
des Zeigens.

Unheilseilsverkündung

Starrt ihr nicht auf des Blutes geronnenen Glanz,
gewährt ihr nicht Tropfen für Tropfen für Tropfen
aufschreiend den Blick der Toten auf Euch?
Seht ihr so nicht besser der Herzen Zähne,
des Willens Häme, des Schädels Träne.
Was spült dein Wort ins Reich abgewunkener Gedanken,
was lässt Dich verstummen, was deine Arme sinken,
wo nur Bilder zu fremdem Vorsatz locken und nicht dein
Wunsch zum eigenen.

Interpretationibus Interruptio 1 – Deuterin Theologie

Einige sahen das Erreichen eines Bewusstseins, das uns
ewigen Frieden gestalten lässt, weil wir doch nicht anders
können, als überleben zu wollen in Gemeinsamkeit
mit den anderen…
Er wird zu sich kommen der Mensch als Mensch in dem,
was er erschafft, sagen sie, um sich im Glück der anderen
zu fi nden, indem wie wir einanderer hervorbringen
werden.
Große alles erfüllende Sehnsucht ist der Liebe erlebtes
Selbst. Ihr seht wie im Wachsen ihr Euch selbst zu lieben
beginnt, dann Eure Nächsten und Eure Fernsten und
zuletzt reift für die, die nach uns kommen werden.
Für Dürre, ewig blauen Himmel, sagen sie, kreisen um
uns Vorboten, Anzeichen und Verödung , um uns schon
sei die Quelle vernichtet , der wir entstiegen. Aber! so
sehr würden Orte wie der unsere gesucht und durchworben
– anderen zum rettenden Beispiel.

Doch einige sprachen vom Unheil, das hereinbricht seit
Generationen und weiter hereinbrechen wird, weil sie
nicht anders könnten, als überleben zu wollen ohne den
anderen in seinem Überleben.
Er wird sich selbst verlassen der Mensch als Mensch in
den eigenen Hervorbringungen, sagen sie, erzeugt zur
Vermeidung der Mühe, um neue Mühen hervorzubringen.
Großer alles verschlingender Götze ist im Geld verkörperlichtes
Selbst. Ihr seht nicht, was er alles zerstört.
Ihr seht nicht, wie ihr Euch selbst zu hassen beginnt,
dann Eure Nächsten und Eure Fernsten und zuletzt auf
diejenigen vergesst, die nach uns kommen werden.
Für Dürre, ewig blauen Himmel, sagen sie, kreisen um
uns Vorboten, Anzeichen und Verödung, um uns schon
sei die Quelle vernichtet, der wir entstiegen. So sehr
würden Orte wie der unsere gesucht und durchworben.
Woanders werden sie sich erschlagen wegen eines Bechers
Wasser zuviel oder zu wenig.